Was ist der Unterschied zwischen Blutspende und Plasmaspende?
Was ist eine Plasmaspende

Blut und Plasma – wertvolle Ressourcen

Blut besteht etwa zur Hälfte aus Blutzellen und Blutplasma.

Die Blutzellen - das sind die roten Blutkörperchen (Erythrozyten), die weißen Blutkörperchen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Der Rest ist Flüssigkeit, das Blutplasma.

Blut und damit auch Blutplasma kann nur der Körper selbst produzieren. Es ist nicht künstlich herstellbar, was die Blutplasmaspende so wichtig macht. Als zentrales Transport- und Logistiksystem unseres Körpers ist Blut lebensnotwendig. Es beliefert unsere Organe mit Rohstoffen wie Sauerstoff, Nährstoffe und Eiweiße sowie Energie in Form von Zucker und Fetten. 

Darüber hinaus enthält es Gerinnungsstoffe, die Blutungen stoppen, und Immunzellen, die ständig nach Eindringlingen (Bakterien oder Viren) suchen und diese unschädlich machen. Auch für die „Abfallentsorgung“ ist unser Blut zuständig: Kohlendioxid oder giftige Stoffwechselprodukte werden zuverlässig abtransportiert.

Für diese komplexen Funktionen des Blutes sind verschiedene Blutbestandteile verantwortlich, die je nach Bedürfnis gemeinsam oder separat gespendet werden können, um Leben zu retten.

Was ist Blutplasma?

Als Plasma wird der flüssige Anteil des Blutes bezeichnet.

Blut und sein Bestandteil
Blutplasma können nicht künstlich hergestellt werden.

Deswegen sind Patienten auf der ganzen Welt
auf gesunde Spender angewiesen.

Was ist eine Plasmaspende?

Wie die Aufgaben und Anwendungsbereiche der Blutbestandteile unterscheiden sich auch die Rahmenbedingungen von Blutspende und Plasmaspende:

1. Plasma kann man häufiger spenden als Blut:

Die Plasmaspende ist deutlich schonender, weil der Körper hier im Gegensatz zur Blutspende keine Zellen verliert. Zwischen zwei Blutspenden wird in der Regel eine Ruhezeit von drei Monaten empfohlen, in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben ist ein Mindestabstand von acht Wochen. Dabei dürfen Frauen pro Jahr insgesamt nur viermal, Männer insgesamt sechsmal spenden.

Anders die Plasmaspende: Hier sind bis zu 45 Termine pro Jahr möglich. Zwischen zwei Plasmaspendeterminen sollten mindestens zwei Tage liegen, in denen der Körper die gespendeten Bluteiweiße wieder vollständig nachbildet.


2. Universalspender ist nicht gleich Universalspender:

Bei der Vollblutspende (bzw. Erythrozytenspende) sind Spender mit der Blutgruppe 0 (Null) besonders gefragt, weil deren Spende von keiner anderen Blutgruppe abgestoßen wird. Bei der Plasmaspende ist hingegen die Blutgruppe AB die begehrteste, weil dieses Plasma mit allen anderen Blutgruppen kompatibel ist.


3. Bei Frauen läuft die Plasmaspende in der Regel schneller als bei Männern:

Frauen haben verhältnismäßig mehr Blutplasma als Männer. Während der Anteil von Blutplasma am Blutvolumen bei Männern 50 bis 59 Prozent ausmacht, beträgt er bei Frauen 54 bis 73 Prozent.

Außerdem haben Frauen im Durchschnitt weniger Hämoglobin im Blut. Dieser eisenhaltige Proteinkomplex bindet Sauerstoff an die Erythrozyten und verleiht ihnen ihre rote Farbe – und verlängert den Spendeprozess.


4. Plasma hat ein höheres Spendevolumen als Blut:

Ein erwachsener Mensch (70 kg) hat etwa fünf bis sechs Liter Blut, davon sind ungefähr 3,5 Liter Blutplasma. Während bei der Blutspende zwischen 400 bis 500 ml gespendet werden, geben die Plasmaspender je Spende 650 bis 850 ml Plasma – und der Körper erholt sich schneller.