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Warum ist Eisen notwendig?
Eisen ist ein essentielles Spurenelement, das der Körper nicht selbst herstellen kann. Es ist lebensnotwendig für die Blutbildung und den Sauerstofftransport. Auf In den roten Blutkörperchen, den Erythrozyten, befindet sich der rote Blutfarbstoff Hämoglobin, in dessen Zentrum wiederum ein Eisenatom sitzt. Sauerstoff bindet sich an diese Eisenatome, die ihn dann von den Lungen in den gesamten Körper transportieren und am Zielort abgeben. Zudem ist Eisen Bestandteil vieler Enzyme und wichtig für die Immunabwehr.
Bei einem Eisenmangel kann irgendwann nicht mehr so viel Hämoglobin gebildet werden. In der Folge kann das Knochenmark nicht mehr genug rote Blutkörperchen produzieren und es entsteht Blutarmut durch Eisenmangel.
Was sind die Ursachen einer Eisenmangelanämie?
Es gibt verschiedene Ursachen dafür, dass dem Körper zu wenig Eisen für die Blutproduktion zur Verfügung steht. Die Kenntnis über den Auslöser ist entscheidend für eine wirkungsvolle Behandlung.
Eisenverlust durch Blutverlust ist die Hauptursache
Chronische Blutungen sind in Industrieländern die häufigste Ursache einer Eisenmangelanämie. Diese können sowohl chronisch als auch akut sein. Verschiedene Erkrankungen führen zu einem oft lange unbemerkten, andauernden Blut- und damit Eisenverlust. Als Blutungsquellen kommen unter anderem in Frage:
- verstärkte oder verlängerte Regelblutungen bei Frauen
- Blutungen im Magen-Darm-Trakt (z.B. durch Magengeschwüre, Polypen,
Krebs, Hämorrhoiden) - Regelmäßige Einnahme von Schmerzmitteln (ASS, Ibuprofen) kann Blutungen
im Magen-Darm-Trakt verursachen. - Verletzungen oder Operationen
- Regelmäßige Blut- und Plasmaspende, wobei die Blutverluste bei einer
Plasmaspende deutlich geringer sind.
Mangelhafte und einseitige Ernährung
Mangelernährung oder zu einseitige Speisen können zu einem Eisenmangel führen, insbesondere bei vegetarischer oder veganer Lebensweise, bei erhöhtem Bedarf (Schwangerschaft und Stillzeit, Wachstum, Leistungssportler) oder bei Essstörungen wie Magersucht. Der Tagesbedarf an Eisen variiert stark und beträgt zwischen 10 und 15 mg bei Erwachsenen und bis zu 30 mg bei Schwangeren. Global betrachtet ist eine zu geringe Eisenaufnahme eine häufige Ursache. In den Industrieländern leiden etwa 10 Prozent, in ärmeren Ländern bis zu 50 Prozent an einer Eisenmangelanämie. Ein ausgewogener Speiseplan kann einen Eisenmangel in der Regel verhindern. Bei bereits bestehendem Mangel sind oft Eisenpräparate notwendig.
Verminderte Eisenaufnahme
Bei Aufnahmestörungen im Darm entwickelt sich Eisenmangelanämie trotz ausreichender Eisenzufuhr in der Ernährung. Ursachen für eine verminderte beziehungsweise gestörte Eisenresorption sind Störungen des Magen-Darm-Traktes:
- Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa)
- Zöliakie (Glutenunverträglichkeit)
- Entzündung der Magenschleimhaut mit Helicobacter pylori
- nach Magenoperationen (z.B. Magenverkleinerung)
- bestimmte Medikamente wie Säureblocker (PPI) bei langfristiger Einnahme
Auch können manche Lebensmittel Inhaltsstoffe enthalten, die die Eisenaufnahme im Verdauungstrakt hemmen. So zum Beispiel:
- Rhabarber
- Kaffee und schwarzer oder grüner Tee
- Rotwein
- Milchprodukte
- Spinat
Diese sollten nicht direkt zu eisenreichen Mahlzeiten konsumiert werden. Liegen sonst keine Risikofaktoren für einen Eisenmangel vor, ist der Verzehr völlig unproblematisch. Darüber hinaus kann eine Kombination mit Vitamin C (z. B. Orangensaft, Zitronensaft) die Hemmwirkung ausgleichen.
Symptome: Wie äußert sich der Eisenmangel?
Die Symptome der Eisenmangelanämie sind oft uncharakteristisch. Sie entstehen erst mit zeitlicher Verzögerung und werden zunehmend stärker. Der gesunde Organismus verfügt über eine gewisse Menge Eisen, die im Körper gespeichert ist. Unter normalen Verhältnissen kommt es in einer gleichen Menge zur Eisenaufnahme als auch zum Eisenverlust, sodass die Eisenspeicher konstant bleiben. Wenn über einen längeren Zeitraum mehr Eisen verlorengeht als hinzugefügt wird, entleeren sich die Eisenspeicher immer mehr. Symptome bei der betroffenen Person zeigen sich erst, wenn der Eisenspeicher leer ist. Nicht selten vergehen Wochen und Monate, bis sich erste Symptome einstellen. Folgende Symptome können auf eine Eisenmangelanämie hindeuten:
- Müdigkeit
- Blässe
- Schwäche
- Konzentrationsstörungen
- Kurzatmigkeit
- Trockene Haut (v. a. rissige Mundwinkel)
- Schlafprobleme
- Herzrasen
- Kopfschmerzen
- Brüchige Haare und Nägel
Wie wird die Diagnose der Eisenmangelanämie gestellt?
Nach einem Anamnesegespräch und einer körperlichen Untersuchung erfolgt die Diagnose einer Eisenmangelanämie durch eine Blutuntersuchung. Da Eisen auf verschiedene Weisen im Körper gespeichert wird, können folgende Werte bestimmt werden:
- Bei einer Anämie ist der Hämoglobinwert (Hb) vermindert. Normal sind bei Männern 14 – 18 g/dl und bei Frauen 12 – 16 g/dl. Er beginnt erst zu sinken, wenn die Eisenspeicher schon leer sind und nicht mehr genügend roter Blutfarbstoff produziert wird.
- Der Hämatokrit (Hkt) gibt den prozentualen Anteil der Blutzellen im Blut an. Die überwältigende Mehrheit der Blutzellen entfällt dabei auf Erythrozyten, somit gibt auch dieser Wert Hinweise auf eine Anämie, sofern er erniedrigt ist.
- Der verminderte Ferritin (Eisenspeicherwert) ist der empfindlichste Indikator für einen Eisenmangel. Er zeigt an, wenn die Speicher sich zu leeren beginnen oder bereits aufgebraucht sind. Das Problem bei der Diagnostik: Manche Krankheiten wie Leberkrankungen oder Entzündungen können den Ferritinwert erhöhen, obwohl ein Eisenmangel vorliegt. Deswegen muss bei Verdacht auf Eisenmangel auch das C-reaktive Protein (CRP) immer mit überprüft werden.
- Das Eiweiß Transferrin transportiert Eisen im Blut außerhalb der roten Blutkörperchen vom Ort der Aufnahme im Magen-Darm-Trakt zum Speicherort (z. B. in die Leber) oder zum Knochenmark zur Blutproduktion. Wenn eine Eisenmangelanämie vorliegt, ist der Transferrinwert erhöht und die Transferrinsättigung erniedrigt.
Was die Erythrozyten verraten
Die Symptome der Eisenmangelanämie sind oft uncharakteristisch. Sie entstehen erst mit zeitlicher Verzögerung und werden zunehmend stärker. Typischerweise ähneln die Beschwerden denen anderer Anämien. Folgende Symptome können auf eine Eisenmangelanämie hindeuten:
- Müdigkeit
- Blässe
- Schwäche
- Konzentrationsstörungen
- Kurzatmigkeit
- Trockene Haut (v. a. rissige Mundwinkel)
- Schlafprobleme
- Herzrasen
- Kopfschmerzen
- Brüchige Haare und Nägel
Was die Erythrozyten verraten
Auch eine zu niedrige Anzahl der roten Blutkörperchen spricht für eine Eisenmangelanämie. Folgende Erythrozyten-Werte sind normal:
- Bei Frauen: 4,3 – 5,2 Millionen/μl Blut
- Bei Männern: 4,8 – 5,9 Millionen/μl Blut
Zudem sind Erythrozyten bei einer Eisenmangelanämie kleiner und blasser. Die Werte MCV und MCH besagen, wie groß die roten Blutkörperchen sind und wie viel Hämoglobin jedes rote Blutkörperchen enthält. Auch diese Werte sind bei der Eisenmangelanämie zu niedrig.
Therapie einer Eisenmangelanämie
Die Behandlung der Eisenmangelanämie gliedert sich in zwei Teile:
- Behandlung der Grunderkrankung: Deutlich schwieriger als die Feststellung der Eisenmangelanämie selbst kann die Lokalisation der in Frage kommenden Ursache sein. Sie konzentriert sich zunächst auf den Ausschluss möglicher Blutungsquellen und Ausschluss einer gestörten Eisenaufnahme. Erst durch die Beseitigung der grundliegenden Ursache kann die Eisenmangelanämie dauerhaft beseitigt werden.
- Substitution des Eisenmangels durch Eisenpräparate: Eisen kann in Tablettenform auf nüchternen Magen eingenommen werden. Vitamin-C-haltige Lebensmittel oder Getränke können die Eisenaufnahme fördern. In der Regel sollte die Substitution noch einige Wochen nach Verschwinden der Anämie fortgesetzt werden. Wenn Eisentabletten nicht vertragen werden, nicht wirken oder bei schwerem Mangel verabreicht man das Eisen intravenös.
Die Blutbildung verbessert sich meist innerhalb weniger Wochen. Bis die Eisenspeicher vollständig aufgefüllt sind, können jedoch mehrere Monate vergehen. Wichtig ist, dass der Behandlungserfolg durch regelmäßige Blutproben sichergestellt wird.
Weiterführende Informationen und Quellen zur Eisenmangelanämie
- https://www.icd-code.de/suche/icd/recherche.html?sp=0&sp=SEisenmangelan%C3%A4mie
- Bueß-Kovács H. Eisenmangel: Ursachen, Symptome und wirksame Selbsthilfe. 2., aktualisierte und erweiterte Ausgabe, Mankau Verlag, Murnau, 2020, Seiten 13 ff.
- Richter I. Lehrbuch für Heilpraktiker. 10. Auflage, Elsevier, München, 2020, Seite 280
- Huch R, Jürgens KD. Mensch Körper Krankheit, 8. Auflage, Elsevier, München, 2019, Seite 385
- Krieger S. Pathologie-Lehrbuch für Heilpraktiker: Nachschlagewerk mit Therapiehinweisen. 6., überarbeitete Auflage, Karl F. Haug Verlag, Stuttgart, 2011, Seiten 241
- Begemann M. Praktische Hämatologie: Klinik – Therapie – Methodik. 11., vollständig überarbeitete Auflage, Thieme Verlag, Stuttgart, 1999, Seite 3
- Artikel Eisenmangelanämie. MSD Manual: Ausgabe für Patienten, Veröffentlichungsdatum: nicht angegeben, Abrufdatum: 18.12.2020
- https://www.medice-nephrologie.de/chronische-nierenschwaeche/eisenmangel/funktion-von-eisen
- https://www.fitforfun.de/abnehmen/eisenhaltige-lebensmittel-was-wir-ueber-eisen-wissen-muessen-171121.html
- https://www.baby-und-familie.de/Schwangerschaft/Eisenmangel-So-beugen-Schwangere-vor-211513.html
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