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Rohstofflieferant zur Fraktionierung: Die Plasmaspende
Um eine Plasmafraktionierung durchzuführen, ist menschliches Plasma erforderlich, das aus Plasmaspenden stammt.
Nach der Punktierung der Vene in der Armbeuge schließen geschulte Mitarbeiter ein Plasmapheresegerät an, das die Blutbestandteile voneinander trennt. Dabei werden die Blutzellen vom Plasma getrennt. Die Blutzellen erhält der Spender vollständig zurück, während ausschließlich das Plasma gesammelt und für die weitere Verarbeitung verwendet wird. Der Vorgang dauert etwa 30 bis 45 Minuten.
Bei der Verwendung von Blutprodukten steht die Sicherheit für Spender und spätere Patienten an erster Stelle. Daher gibt es zahlreiche Sicherheitsmaßnahmen bereits während der Plasmaspende.
Nur gesunde Menschen dürfen Plasma spenden. Zudem müssen Spender mindestens 18 Jahre alt sein und mindestens 50 Kilogramm wiegen. Damit sich der Körper nach einer Plasmaspende ausreichend erholen kann, müssen mindestens zwei spendefreie Tage eingehalten werden. Pro Jahr sind bis zu 60 Plasmaspenden möglich. Diese Vorgaben dienen dem Schutz der Spender.
Jede einzelne Plasmaspende wird mithilfe biotechnologischer Verfahren auf potenzielle Krankheitserreger untersucht. Dadurch sollen unter anderem Hepatitis-Erreger und HIV ausgeschlossen werden.
Nach der Spende wird das Plasma zunächst eingefroren und gelagert. Erst anschließend werden einzelne Plasmaspenden zusammengeführt und vor der eigentlichen Fraktionierung erneut auf ihre Sicherheit überprüft.
Was ist eine Plasmafraktionierung?
Die Plasmafraktionierung ist ein Verfahren, um Proteine aus dem Blutplasma zu gewinnen. Das Plasma (das den Rohstoff für die Fraktionierung darstellt) wird dabei mit verschiedenen physikalischen Methoden in einzelne Fraktionen aufgetrennt und gereinigt.
Nach dem Auftauen lassen sich verschiedene Inhaltsstoffe des Plasmas voneinander trennen. Anschließend erfolgt die Ethanolfraktionierung (Cohn-Fraktionierung). Auf diese Weise können wichtige Plasmaproteine wie Albumin, Immunglobuline, Fibrinogen sowie Alpha- und Betaglobuline gewonnen werden.
Diese Proteine bilden die Grundlage für die Herstellung lebenswichtiger Arzneimittel, die unter anderem zur Behandlung von Blutgerinnungsstörungen, Immundefekten und weiteren schweren Erkrankungen eingesetzt werden.
Plasmafraktionierung: Sicher oder nicht?
Während der Herstellung der Plasmaderivate kommen zusätzlich spezielle Sicherheitsverfahren zum Einsatz. Dazu gehören unter anderem zwei Virusinaktivierungsschritte, die Plasmafraktionierer in den Herstellungsprozess integriert haben. Sie tragen dazu bei, die Sicherheit und die Qualität der aus Plasma gewonnenen Arzneimittel weiter zu erhöhen.
Strenge Überwachung von Produkten durch
Plasmafraktionierung
Plasmaprodukte unterliegen in Deutschland strengen gesetzlichen Anforderungen. Die
Überwachung der Plasmaspendezentren sowie die Erteilung der Herstellungserlaubnis
erfolgen durch die jeweils zuständigen Landesbehörden.
Für die Zulassung von Plasmaprodukten als Arzneimittel ist das Paul-Ehrlich-Institut (PEI)
zuständig.
Weiterführende Informationen und Quellen zur Plasmafraktionierung
- https://www.spektrum.de/lexikon/biologie/cohn-fraktionierung/14814
- https://www.europlasma.at/von-der-spende-zum-medikament
- https://www.pschyrembel.de/Plasmafraktionierung/H0BEN
- https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-3-642-12765-6_19
- https://www.chemie.de/lexikon/Plasmafraktionierung.html
Alle Inhalte/Einträge unseres Plasmaspende-Glossars sind von Experten verfasst und von unserer ärztlichen Direktion hinsichtlich ihrer Richtigkeit überprüft.
Autor:in dieses Artikels:

Prof. Dr. med. Rainer Moog, Facharzt für Transfusionsmedizin
Leitende ärztliche Person
Expertisen: Hämapherese, Immunhämatolgie und Hämostaseologie
