Was ist Plasma? Blutplasma Aufgabe & Bestandteile | Octapharma Plasma
was ist blutplasma

Die Aufgabe und Bestandteile von

Blutplasma

Blut besteht aus festen und einem flüssigen Bestandteil, nämlich dem Blutplasma.

Dieses setzt sich aus 90 Prozent Wasser und 10 Prozent lebensnotwendiger, darin gelöster Substanzen zusammen. Bei diesen gelösten Substanzen handelt es sich um Eiweiße, Elektrolyte, Fette, Zucker sowie andere Inhaltsstoffe.

Blut und Plasma – wertvolle Ressourcen

Blut und damit auch Blutplasma kann nur der Körper selbst produzieren und ist nicht künstlich herzustellen. Deshalb ist das Plasma spenden auch so wichtig. Denn das gewonnene Blutplasma oder die daraus hergestellten Präparate helfen Menschen, deren Blut durch Krankheit oder nach einer Verletzung seine Aufgaben nicht richtig erfüllt.

Das Blut ist als zentrales Transport- und Logistiksystem unseres Körpers nämlich lebensnotwendig. Es beliefert unsere Organe mit Rohstoffen wie Sauerstoff, Nährstoffe und Eiweiße sowie Energie in Form von Zucker und Fetten.

Die Aufgabe von Blutplasma im Speziellen besteht unter anderem darin, Stoffwechselprodukte zu transportieren. Zu diesen Bestandteilen gehören unter anderem Hormone, Lipide und Glukose. Die im Plasma enthaltenen Eiweiße sorgen dafür, dass unser Blutdruck stabil bleibt. Darüber hinaus enthält es Gerinnungsstoffe, die Blutungen stoppen und für die Wundheilung zuständig sind.

Die Aufgabe von Blutproteinen

Die auch auch als Bluteiweiß bezeichneten Blutproteine übernehmen zahlreiche Aufgaben im Blutplasma. Durch eine Elektropherese lassen sich diese Plasmaproteine in Albumine und Globuline aufspalten. Sie erhalten den kolloidosmotischen Druck des Plasmavolumens und den pH-Wert des Blutes aufrecht.

Im Blutplasma sind insgesamt ungefähr 100 verschiedene Proteine vorhanden. Diese sind zum Beispiel verantwortlich für den Transport von

  • Glukose (Zucker),
  • Lipiden (Fette),
  • Proteinen (Eiweiß) und
  • Hormonen.

Sie transportieren also wasserunlösliche Stoffe und werden daher auch als Carrier-Proteine bezeichnet. Bei der Blutgerinnung kommen Plasmaproteine wie Fibrinogene zum Einsatz. Plasmaproteine übernehmen auch eine wichtige Aufgabe bei Prozessen des Immunsystems, indem Immunglobine oder Antikörper gelbildet werden.

Auch für das Immunsystem und die damit zusammenhängende Abwehr von Bakterien oder Viren ist das Blutplasma wichtig. Darüber hinaus sorgt Blutplasma dafür, dass Abfallprodukte, wie Kohlendioxid, aus dem Körper geleitet werden. Dieser Prozess spielt bei unserer Atmung eine wichtige Rolle und ist dementsprechend lebensnotwendig.

Für diese komplexen Funktionen des Blutes sind verschiedene Blutbestandteile verantwortlich, die je nach Bedürfnis gemeinsam oder separat von einem Blutplasma-Spender gespendet werden können.

Die Bestandteile von Blut

Blut besteht aus festen und einem flüssigen Bestandteil. Zu den festen Bestandteilen gehören die roten Blutzellen (Erythrozyten), die weißen Blutzellen (Leukozyten) und die Blutplättchen (Thrombozyten). Der flüssige Bestandteil ist das Blutplasma, in dem sich viele weitere Inhaltsstoffe befinden.

Das Blutvolumen eines erwachsenen, normalgewichtigen Menschen beträgt etwa vier bis sechs Liter. Aufgeteilt auf die einzelnen Bestandteile ergibt das folgende Verteilung:

  • Blutplasma: circa 55-60%
  • Blutzellen: circa 45-40%

Was sind Erythrozyten?

Erythrozyten transportieren den lebenswichtigen Sauerstoff von der Lunge zu den Körperzellen und schaffen das Kohlendioxid von den Organen zur Lunge zurück. Der Mensch besitzt etwa 30 Billionen dieser roten Blutkörperchen. Erythrozyten enthalten den Blutfarbstoff Hämoglobin, der den Sauerstoff chemisch an sich bindet. Erythrozyten werden vom Knochenmark gebildet; die durchschnittliche Lebensdauer beträgt etwa drei Monate.

Bei schwereren Unfällen, Verletzungen oder inneren Blutungen werden die fehlenden Erythrozyten durch eine Bluttransfusion ersetzt. Denn ein gesunder Erwachsener kann zwar bis zu 15 % seines Blutvolumens verlieren, ohne dass schwere Schäden auftreten. Wenn der Blutverlust allerdings 30 % des Blutvolumens übersteigt, muss von außen Blut zugeführt werden, da der Körper die Organe nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgen kann. 

Was sind Leukozyten?

Leukozyten (auch weiße Blutkörperchen genannt) sind kernhaltige Zellen des Blutes, die keinen Blutfarbstoff (Hämoglobin) in sich tragen. Auch sie entstehen im Knochenmark und gelangen von dort aus in das Blut. Aus dem Blutstrom können diese dann in verschiedene Zielgewebe einwandern. Im menschlichen Immunsystem übernehmen Leukozyten sehr unterschiedliche Funktionen.

Dabei gibt es verschiedene Untergruppen von Leukozyten: Lymphozyten finden und erkennen körperfremde Gewebe und Zellen. Monozyten, die großen weißen Blutkörperchen, umzingeln und verschlingen Krankheitserreger, bevor sie tiefer in den Körper eindringen. Granulozyten sind die ersten Angreifer, die die eindringende Krankheitserreger sofort unschädlich machen.

Die Bestimmung der Leukozytenzahl gibt Aufschluss über das Vorliegen von Entzündungen oder Infektionen.

Was sind Thrombozyten?

Thrombozyten (auch Blutplättchen oder Thrombus genannt) sind die kleinsten sichtbaren Zellen im Blut. Sie sind flache Blutbestandteile, die im Knochenmark entstehen. Thrombozyten setzen Stoffe frei, die für die Blutstillung notwendig sind. Bei einer Verletzung, bei der Blutgefäße geöffnet sind, heftet sich innerhalb von kurzer Zeit ein Netz von Fibrin an das umliegende Gewebe und verschließt so die Verletzung. Außerdem setzen sie gerinnungsfördernde Stoffe frei, sodass sich eine Kruste bildet.

Die Bestimmung der Thrombozytenzahl erfolgt im Rahmen eines kleinen Blutbilds, dabei kommt ein Hämatologiegerät zum Einsatz. Das Blut eines gesunden Erwachsenen enthält im Normalfall etwa 150.000-350.000 Blutplättchen pro µl. Ein Mangel an Thrombozyten wird als Thrombozytopenie bezeichnet, ein Überschuss als Thrombozytose. Bei sehr großen Blutverlusten und Blutkrebserkrankungen werden Thrombozyten bei einer Transfusion eingesetzt.

Blutgruppen: Wichtiges Merkmal für die Notfallmedizin

Als Blutgruppe bezeichnet man die Einteilung des Blutes aufgrund verschiedener Merkmale. Jeder Mensch gehört einer ererbten Blutgruppe an. Biochemische Merkmale auf der Oberfläche der roten Blutkörperchen und Antikörper bestimmen, zu welcher Blutgruppe ein Mensch gehört. Heute sind mehr als 29 verschiedene Blutgruppensysteme bekannt. Die meisten sind im medizinischen Alltag nicht relevant, können aber bei speziellen Erkrankungen wichtig sein.

Das AB0-System unterteilt vier Blutgruppen: 0, A, B und AB. Die seltenste Blutgruppe ist AB negativ. Bei einer Bluttransfusion muss die Verträglichkeit von Spender- und Empfängerblut gegeben sein, da sonst ein Risiko der Verklumpung und des Blutzellzerfalls besteht. In Europa sind die häufigsten Typen Blutgruppe A (42%) und Blutgruppe 0 (37%). Besonders bei der Versorgung von Notfallpatienten besteht ein hoher Bedarf an Blutkonserven mit der Blutgruppe 0, da diese universell einsetzbar sind.

Welche Farbe hat Blutplasma?

Im Gegensatz zum roten Blut ist das Blutplasma üblicherweise gelblich-klar. Dies liegt darin begründet, dass die roten Blutkörperchen, das sogenannte Hämoglobin, nicht Bestandteil des Blutplasmas ist. Die Farbe des Plasmas verändert sich dabei je nach Trinkmenge, Ernährung und Hormonhaushalt – aber auch aufgrund des Eiweißgehalts und anderen Faktoren.

Wenn das Plasma milchig-weiß ist, gilt es als verfettet (lipaemisch) und wird nicht zur weiteren Verarbeitung freigegeben. Das passiert zum Beispiel, wenn der Spender unmittelbar vor der Spende sehr fettreich gegessen hat. Sie sollten also vor der Spende unsere Tipps zur Vorbereitung beherzigen, damit dies nicht passiert.

Auch bei einer rötlichen Färbung wird das Blutplasma nicht verwendet, wenn rote Blutkörperchen geplatzt sind und sich zersetzt haben (Hämolyse). Viele Verfärbungen sind jedoch unbedenklich, da Medikamente oder Nahrungsergänzungsmittel der Grund sein können. Letztendlich kann erst im Rahmen unserer mehrstufigen Qualitätskontrolle entschieden werden, ob das Plasma für die Weiterverarbeitung freigegeben wird.

Exkurs: Was ist die Plasmafraktionierung?

Plasmafraktionierung ist ein Verfahren, um Proteine aus dem Blutplasma zu gewinnen. Das Plasma wird dabei mit verschiedenen physikalischen Methoden in einzelne Fraktionen aufgetrennt und gereinigt.

Zuerst werden dabei die weißen Blutkörperchen und die Thrombozyten entfernt. Die verbleibenden roten Blutkörperchen und das Plasma werden dann in speziellen Zentrifugen getrennt. Das Plasma wird eingefroren und nach dem Auftauen können verschiedene Inhaltsstoffe abgetrennt werden. Anschließend wird das übrige Plasma einer Ethanolfraktionierung unterzogen. So lassen sich Plasmaproteine wie Fibrinogen, Gammaglobulin, Alpha- und Betaglobulin sowie Albumin gewinnen.

Übrigens: Nur rund 5 Prozent des Plasmas werden für die Fraktionierung verwendet, der größere Anteil ist Wasser und Elektrolyte.

In welchen Bereichen kommt gespendetes Plasma zum Einsatz?

Auf Basis des gespendeten Plasmas stellt Octapharma Plasmaprodukte her, die in verschiedenen Bereichen eingesetzt werden:

  • Gerinnungsfaktoren (Faktor VIII- und Faktor IX-Konzentrat) zur Prophylaxe und Behandlung von Bluterkrankungen wie Hämophilie A und Hämophilie B.
  • Eiweißlösungen (Albumin) zur Stabilisierung des Blutkreislaufs und Verhinderung von Schockzuständen bei schweren Verbrennungen und Verletzungen oder während Operationen.
  • Immunglobuline zur Vorbeugung von lebensgefährlichen Infektionen, Behandlung von Immunerkrankungen sowie vorbeugend gegen eine Rhesus-Unverträglichkeit bei Schwangeren.

„Wenn geliebte Menschen schwer erkranken, fühlt man sich mitunter hilflos und sucht nach Auswegen. Vielleicht war das Gefühl, konkret helfen zu können, damals der Hauptbeweggrund für meine erste Plasmaspende. Ich spende jetzt regelmäßig, weil ich weiß, dass es mir nicht schadet und anderen Leben rettet oder ein besseres Leben ermöglicht.“

Wolfgang
Spender aus Dessau